Digitale Transformation

Autor*innen: Thomas Köhler
Tags: Digitale Kluft, Digitale KulturCyberethikDigitale Inklusion

Digitalisierung führt unter anderem auch zu einem Wandel in der Zusammenarbeit. Die Fragestellungen bezüglich dem Digitalen ändern sich in allen Bereichen der Arbeit und des Alltags auch in Europa rasant. Wie können wir mit Bildung verschiedene Zielgruppen erreichen? Welche Formate sind nachhaltig und auch wirtschaftlich machbar? Welche Entwicklungen können wir bewusst aufgreifen? Lehrende und Lernende sind fast täglich in Kontakt mit der sogenannten „digitalen Transformation“ der Bildung. Neue Medienkonzepte wie CoP (Community of Practice), MOOCs (Massive Open Online Courses) oder OER (Open Educational Resources) stellen nur eine kleine Auswahl an neuen Formen der Zusammenarbeit im Kontext der Digitalisierung dar. Die Idee einer digitalen Transformation für Wissenskooperationen mit und zwischen einer Gesellschaft, Bildung und Wirtschaft, wird häufig zu wenig Bedeutung beigemessen und in ihrer Bedeutung nicht verstanden (Köhler et al., 2019).  

Was kann man unter Digitaler Transformation verstehen? Sie kann als fortlaufender Prozess vom Beginn der Digitalisierung bis hin zur „vollen Digitalität” beschrieben werden. Grundlage der Transformation sind die digitale Infrastruktur und digitale Technologien. Er bezieht sich neben der Industrialisierung 4.0 auch auf eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung bis hin zur Gesellschaftsformation 5.0 (Blossfeld et al., 2018). Für Lehrkräfte bedeutet dies, dass sie sich untereinander vernetzen und digitale Medien für eine stärkere Kooperation untereinander nutzen sollen (Seufert, 2018). Im Hinblick auf digitale Kompetenzen können zwei Anforderungssituationen unterschieden werden: 

  1. die Gestaltung der digitalen Transformation des eigenen Berufes und
  2. die Mitgestaltung der digitalen Transformation der gesamten Institution

Die digitale Transformation im schulischen Kontext kann in einem Stufenmodell dargestellt werden.

 

Bezogen auf den schulischen Kontext stellt sich folgende Frage: Wird sich die Schule im Rahmen der digitalen Transformation stärker mit der Gesellschaft vernetzen? Cress et al. (2018) beschreiben, dass Schulen derzeit kaum mit der Geschwindigkeit der Digitalisierung mithalten können. Vielmehr müssen die Schulen in die Lage versetzt werden, selbst zu aktiven Gestalter*innen der Transformation zu werden.

Literatur:

 Blossfeld, H.-P., Bos, W., Daniel, H.-D., Hannover, B., Köller, O., Lenzen, D., McElvany, N., Roßbach, H.-G., Seidel, T., Tippelt, R. & Wößmann, L. (2018). Digitale Souveränität und Bildung. Gutachten des Aktionsrats Bildung. Münster: Waxmann.

Cress, U., Diethelm, I., Eickelmann, B., Köller, O., Nickolaus, R., Pant, H. A. & Reiss, K. (2018) Schule in der digitalen Transformation – Perspektiven der Bildungswissenschaften. Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, S. 1-12.

Köhler, T., Schoop, E. & Kahnwald, N. (2019). Communities in New Media: Researching the Digital Transformation in Science, Business, Education & Public: Administration. Proceedings of 22nd Conference GeNeMe 2019. Dresden TUDPress.

Seufert, S., Guggemos, J. &  Tarantini, E. (2018). Digitale Transformation in Schulen – Kompetenzanforderungen an Lehrpersonen. Beiträge zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung: Zeitschrift zu Theorie und Praxis der Aus- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern 36(2), S. 175-193.